Steuern sparen durch Attest

Thema des Monats

Heilbehandlungen können ins Geld gehen, insbesondere dann, wenn die Krankenkassen die Kosten nur teilweise oder gar nicht übernimmt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den finanziellen Aufwand durch einen Ansatz bei der Einkommensteuer abzumildern. Denn Aufwendungen für eine Heilbehandlung werden prinzipiell als außergewöhnliche Belastung anerkannt, wenn eine Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers vorliegt. Bei bestimmten Heilbehandlungen sieht das Gesetz jedoch vor, dass der Nachweis durch ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung erfolgen muss.

 

Doch ganz so streng muss nach Meinung des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz das Finanzamt die Vorschrift nicht auslegen. Vielmehr hat es entschieden, dass man die Kosten für eine wissenschaftlich nicht anerkannte Heilmethode auch dann geltend machen kann, wenn dem Finanzamt lediglich eine kurze Stellungnahme des Amtsarztes und kein ausführliches Gutachten vorlegt wird (Aktenzeichen 1 K 1480/16). Das Urteil vom Finanzgericht Rheinland-Pfalz ist rechtskräftig geworden.

 

Die Kläger hatten im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung ein privatärztliches Attest einer Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde vorgelegt. Auf diesem Attest hatte der zuständige Amtsarzt die Angaben mit einem Vermerk bestätigt. Dies sahen die Richter als ausreichend an.

 

Bei der Beantragung ist zu beachten, dass das Gutachten (Attest) des Amtsarztes vor Beginn der Heilmaßnahmen ausgestellt worden sein muss.

 

Hannover, im Februar 2019

 

Joachim Siegmund

Steuerberater

Zurück