Neues Urteil zum häuslichen Arbeitszimmer

Die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer ist immer wieder Gegenstand finanzgerichtlicher Entscheidungen. Im Streit steht meist die Frage, ob Aufwendungen für ein Arbeitszimmer als Werbungskosten abgezogen werden können. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat jüngst entschieden, dass die Kosten für den Umbau eines privat genutzten Badezimmers nicht zu den abziehbaren Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer gehören (Az: VIII R16/15). Berücksichtigungsfähig sind danach nur solche Renovierungskosten, die das gesamte Haus beziehungsweise die gesamte Wohnung betreffen oder das Arbeitszimmer selbst.

 

Im Streitfall nutzte ein Steuerberater in seinem Einfamilienhaus ein häusliches Arbeitszimmer für seine selbstständige Tätigkeit. Das Badezimmer und den vorgelagerten Flur ließ er umfassend umbauen. Die entstandenen Umbaukosten machte er anteilig als Betriebsausgaben im Zusammenhang mit dem häuslichen Arbeitszimmer geltend. Dies lehnte der BFH ab. Nach seinem Urteil sind Renovierungs- oder Reparaturaufwendungen, die wie zum Beispiel Schuldzinsen, Gebäude-AfA oder Müllabfuhrgebühren für das gesamte Gebäude anfallen, zwar nach dem Flächenverhältnis aufzuteilen und damit anteilig zu berücksichtigen. Nicht - auch nicht anteilig - abzugsfähig sind dagegen Kosten für einen Raum, der mehr als in nur untergeordnetem Umfang privaten Wohnzwecken dient. Entscheidend sei nicht der Umfang der durchgeführten Arbeiten, sondern worauf sich diese bezögen.


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Quellen:

Pressemitteilung vom Bundesfinanzhof vom 01.08.2019

Handelsblatt vom 13.08.2019, Nr. 154

 

Hannover, im September 2019

Joachim Siegmund

Steuerberater

 

 

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